Museo de la Democracia – Selected project for nGBK Exhibition Program 2021

Ausgewählte Projekt für das nGBK Programm 2021

Bild: Juan Dávila „The Liberator Simón Bolívar” 1994. Öl auf Leinwand

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[Deutsch]

Museo de la democracia

eine Bestandsaufnahme lateinamerikanischer Träume, Exzesse und Risse

Grundlage des Projektes, ist eine Initiative vom gegenwärtigen rechtsliberalen chilenische Präsidenten Sebastián Piñera, ein “Museum der Demokratie” zu gründen, um “Erinnerungen, gewonnene Erkenntnisse und Lehren” über die Geschichte der Demokratie in dem südamerikanischen Land zu vermitteln.

Die Institution hatte als Ziel eine “komplementäre” und reaktionäre Alternative zum Modell des “Museo de la Memoria y los Derechos Humanos” (Museum des Gedächtnisses und der Menschenrechte, gegründet 2010), aufzubauen. Das Projekt, eine Bewahrungs- und Ausstellungshalle für die Geschichte der Demokratie, wurde aus sämtlichen Gruppen der Kulturszene stark kritisiert, vor allem durch die noch bestehende ideologische Verbindung der rechten chilenischen Parteien mit der Militärdiktatur, und wurde, im Rahmen der sozialen Krise in Chile, im Dezember 2019, aufgegeben.

Unsere Arbeitsgruppe schlägt vor, die gescheiterte Idee des “Museums der Demokratie” als Grundlage für eine Fiktion, ein temporäres museo de la democracia im Ausstellungsraum der nGbK, aufleben zu lassen. Wir setzen der ursprünglichen Idee ein fiktives Szenario entgegen, in dem wir versuchen, die Ruinen der Demokratie zu bewahren, zu interpretieren und auszustellen, und eine temporäre und ephemere Sammlung anzulegen, die auf historiografische, aber nichtlinearer Weise den allmählichen Prozess der “Aushöhlung” der Demokratie dokumentiert. Eine Aushöhlung, die heute in verschiedenen Orten des lateinamerikanischen Kontinents stattfindet.

Das temporäre museo de la democracia ist als multimediale Ausstellung im Ausstellungsraum der nGbK gedacht. Mit der Ausstellung wollen wir eine Verbindung zwischen Recherchematerial, direkten räumlichen Interventionen und zeitgenössischer Kunstproduktion herstellen, um neue, unbekannte oder deplatzierte Orte und Ereignisse der jüngsten Geschichte und Gegenwart Lateinamerikas zu untersuchen.

Format: Ausstellung, Soundarchiv, Rauminterventionen, Veranstaltungsreihe Projektdauer: 9 Wochen

AG-Mitglieder*innen: Valeria Fahrenkrog – Daniela Labra – Teobaldo Lagos Preller – Marcela Moraga M. – Paz Ponce

Projektbeteiligt*innen: (angedacht)
Maria Thereza Alves – Paulo Bruscky – Edgard Calel – Andressa Cantergiani – Juan Dávila – Andrés Durán – Ana Hupe – Runo Lagomarsino – Victor de La Rocque – Michelle-Marie Letelier – Julia Mensch – Ana María Millán – María Inés Plaza – Fernando y Ángel Poyón – Matheus Rocha Pitta – PSJM – Haroldo Saboia – Carolina Saquel – Gustavo Speridião – Burak Üzümkesici – Kiyoshi Yamamoto

BESCHREIBUNG DES PROJEKTES

Unterschiedliche Krisen der Demokratie wurden über die letzten Monate an verschiedenen Punkten lateinamerikanischer Länder und des Globus ausgelöst. Gemeinsame Elemente sind die soziale und politische Krise und die Neu-Installation von extrem rechten Ideologien, die sich für die Etablierung neoliberaler Wirtschaftsmodelle mithilfe ideologischer und neo-extraktivistischer Programme aggressiv einsetzen. Die Konsequenzen auf unterschiedlichen Ebenen spiegeln sich in der Annullation des politischen und sozialen Subjektes wider. Die tatsächliche Regierungspraxis dieser Modelle kann man deutlich in den Entscheidungen und Aktionen der Regierung Bolsonaros (Brasilien) und ihrer Auswirkungen auf den Regenwald sowie auf das Leben von Aktivist*innen und indigenen Völkern sehen. Auch in den übermäßig aggressiven Reaktionen anderer Regierungen gegenüber ihren aufstaändischen Bevölkerungen.

Der Titel der Ausstellung, museo de la democracia, stammt aus einer gescheiterten Idee, die der rechtsliberale Präsident Chiles Sebastián Piñera, in 2018 angekündigt hat. Diese war, eine Bewahrungs- und Ausstellungshalle für die Geschichte der chilenischen Demokratie in Santiago zu gründen, ein “Museum der Demokratie”. Ziel des Museums wäre gewesen. „Erinnerungen zu bewahren, sowie darüber zu lehren und Orientierung zu schaffen” und es hätte sich mit Informationen und Objekten der demokratischen Geschichte Chiles beschäftigt. Fast so, als Demokratie eine vom Aussterben bedrohte Art oder ein Phänomen der Vergangenheit wäre. Das “Museum der Demokratie” hätte versucht, Prozesse der Revolte, auch der Erodierung der Demokratie von Innen zu dokumentieren.

Wenn Demokratie eine Ruine wäre, welche Informationen und Güter würden zu ihrer Sammlung gehören? Und wie würden sie heute interpretiert, aufbewahrt werden? Welche Ebenen und Praxen der Kommunikation und Wissensproduktionsformen würde das Museum anstreben? Diese Fragen stellt sich diese Arbeitsgruppe im gegenwärtigen Projekt vor.

Als kritische Reaktion auf die Initiative Piñeras und den Bedarf, die politische und soziale Situation des lateinamerikanischen Kontinents zu reflektieren, wollen wir Erkenntnisse und Erfahrungsweisen im Ausstellungsraum produzieren. Ein leitendes Icon unseres temporären museums der demokratie ist Juan Dávilas Gemälde „The Liberator Simón Bolívar” der ursprünglich als Postkarte konzipiert wurde. Das Bild stellt den Unabhängigkeitskämpfer als Transvestit auf dem Pferd dar, welches für Aufruhr am Anfang der Postdiktatur-Periode sorgte.

Die Fragilität und Subjektivität des imaginären Bestands des museo berührt dafür unterschiedliche Spannungsfelder der Öffentlichkeit. Ihr Ausdruck ist ein von der Erosion eingerissenes Gebiet, ein Mosaik oder Palimpsest, auf deren Oberfläche Spuren der Fragmentierung sichtbar werden: Repression, Umweltkrise, Staatskrisen, Ritualisierungen des Alltags und ihr Zusammenbruch, usw.
Der von uns vorgeschlagene Weg, diese Fragen und Spannungen anzugehen, ist eine fiktive Zukunftsperspektive, die in drei Feldern gegliedert ist:

– Platz des Kiosks
– Oficina de Sueños
– Departamento de Oportunismos y Oportunidades

Diese drei Felder sind im Ausstellungsraum verortet und kristallisieren unterschiedlichen Ebenen der Interaktion mit der Öffentlichkeit: Im Zentrum des Ausstellungsraumes befindet sich der Platz des Kiosks, der symbolisch an den lateinamerikanischen öffentlichen Räumen erinnert. Die Plazas werden als Versammlungs- und Ritualisierungsesplanaden mitten in der Stadt performativ benutzt, einschließlich einer parallelen Informations- und Güterwirtschaft. Ein Kiosk ist in unserer Ausstellung ein Container für
Praxen der Interaktion durch Werke, die Mail-Art basiert sind, oder Publikationen wie z.B. “Arts of the Working Class”.

Wir interessieren uns dafür, im Kiosko die Mail-Art der 1970er Jahre im regionalen Kontext der Diktaturen zu vergegenwärtigen. Das Arte Postal (1) war eine low cost- Guerilla-Strategie, dessen Ziele waren, Zensur zu umgehen und die Beziehung zwischen Kunst und Politik in anderen Kontexten zu kommunizieren. Außerdem, ist es ein erster Ausdruck der „globalen Kunst” im Prä-Internetzeitalter. Auch experimentelle Praxen der Interaktion und Performativität aus der Ferne, wie Instructable Art (“Kunst durch Anweisung”) können im Kiosko stattfinden.

KIOSKO Y POSTAL

(1) Die Postkarte als Vehikel künstlerischer Ausdruck ist in einem bestimmten Moment ein Ergebnis der Faszination der Surrealisten gegenüber dieses Mediums. Sie „vermuteten in den Postkarten eine bestimmte Form des détournements – Abweichung und Fragmentierung der Welt, der Versetzung der Realität und der Autorität; eine Art Formel, die die Manifestation des „Wunderbaren” und ein Territorium für die Subversion des Kanons fördert: eine Art Formel, die die Manifestation des „Wunderbaren” und ein Gebiet für die Subversion des Kanons begünstigt. Postkarten als Anti-Postkarten, eine unersättliche Suche nach den unerwarteten Elementen jedes Ortes, durch die wir sie nie als solche anerkannt hätten, – im Kontext der Weltausstellungen, die die Postkarten zum Abschluss ihres perversen kolonialistischen Manövers benutzten”. Diego Otero, Estrella: Contra el mapa. Disturbios en la geografía colonial de Occidente, Ediciones Siruela, Madrid 2008. S. 71.
Übersetzung: Teobaldo Lagos Preller.

Die Oficina de Sueños (Büro für Träume) hat im Ausstellungsraum keine feste Verortung. Die Oficina de Sueños ist für die Erzeugung alternativer Lesarten des temporären museos, durch verschiedene Formate und Aktivitäten in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteur*innen, zuständig. Hier untersuchen wir Prozesse des Wissenstransfers von der Welt des Traums, des Erotischen und der Schwellenerfahrungen auf Medien wie Audio, Video und Sprachen des Performativen, um eine Kontaktzone zu errichten, die über die Linearität hinausgeht. So teilen sich z.B. den Raum eine Soundinstallation über die Aufstände in Istanbul 2013 vom türkischen Forscher Burak Üzümkesici und Galería CIMAs Real-Time Videoinstallation vom Kernort der Chilenischen Proteste und bilden einen Dialog über Zeit und Raum hinaus.

Das Departamento de Oportunismos y Oportunidades (Abteilung für günstige Gelegenheiten) entspricht einer dritten Zirkulationsebene, nämlich die der Ausbeutung und Erodierung des Gebietes und des Körpers. Ähnlich wie sich das Unterdrückte sich auf der individuellen und sozialen Ebene des Unbewussten befindet, finden wir im hinteren Raum das Departamento de Oportunismo y Oportunidades. Hier werden Themen und Sachlagen behandelt, die im Verborgenen passieren, wie z.B. die Folgen des Neo-Extraktivismus, ideologische Verfolgung und Unterdrückung von Minderheiten, Ausbeutung von Mensch und Natur, patriarchalische Gewalt, usw.

Das Leben des temporären museo de la democracia ist von gegenwärtigen Spannungen und Krisen im lateinamerikanischen Raum inspiriert. Angesichts dessen, was wir die Entleerung, den Zusammenbruch und die Erosion der gegenwärtigen Regierungs- und Wirtschaftsmodelle nennen, ist die Ausstellung ein räumlicher Komplex, um das Verschwundene zu interpretieren. Sie ist ein Raum, wo man zugleich den öffentlichen Raum und eine seltsame, ständige Illusion der Gegenwart spürt.
Das temporäre museo de la democracia verschwindet nach seiner Errichtung. Alle Objekte und Güter werden an die Künstler*innen und Autor*innen zurückgegeben als Zeichen der flüchtigen, temporären Kondition und des Abschließens des Projektes.

Warum wollen wir das Projekt in der nGbK durchführen?

Als horizontale und demokratische Institution der kulturellen Produktion und Diskussion empfinden wir die nGbK als idealen Ort und Raum für die Auslösung einer situativen Diskussion um die jüngsten Ereignisse in Lateinamerika, die unsere Demokratiemodelle in eine Krise geführt haben, zu thematisieren.
Die Interaktion zwischen Öffentlichkeit, sozialen Akteur*innen verschiedener Ordnungen und Künstler*innen sehen wir in diesem institutionellen Zusammenhang sehr gut aufgehoben. In der nGbK wurden viele Projekte zur historisch – politischen Situation in lateinamerikanischen Ländern, vor allem in den 70er und 80er Jahren, durchgeführt (2) – nicht nur fühlen wir uns dieser Geschichte verbunden, sondern wollen wir sie hier weiterentwickeln und aktualisieren.

(2) Zum Beispiel „Solidarität mit Chile“ (1973), „100 chilenische Plakate aus der Regierung Allendes 1970-1973“ (1976), „Nicaragua“ (1980), „35 Künstlerinnen aus Mexiko“ (1981), „El Salvador – ein Volk im Kampf “ (1982), „Chilenas drinnen und draußen“ (1983), „Ohne Filter. Unabhängige Pressefotografie in Chile 1983-1986“ (1986) „Cirugía Plástica. Konzepte zeitgenössischer Kunst Chile 1980-1989“ (1989), „Haiti“, „Mexiko – Stadt der Frauen“(1991), „Kubanische Fotografie 1959-1992“ (1992), „Alltag und Vergessen-, Argentinien 1976-2003“ (2003), u.a.

 

INFORMATIONEN ZUR PROJEKTGRUPPE

Valeria Fahrenkrog (Asunción, PA, 1980), bildende Künstlerin und Publizistin. Studium der bildenden Kunst an der Univ. Católica de Chile, Studium der Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien in Köln, Masterabschluss Art in Context an der UdK Berlin. Seit 2004 diverse Ausstellungen und Projekte. In 2016 gründete sie zusammen mit Joerg Franzbecker, Erik Göngrich, Heimo Lattner, Katja Reichart, Ines Schaber und Florian Wüst die Berliner Hefte zu Geschichte und Gegenwart der Stadt. Projektbeteiligungen in der nGbK: „Ene Mene Muh und welche Stadt du?“ (2016), „40 Jahre Kunst im Kontext” und „Spielclub Oranienstraße 25” (2019). Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Daniela Labra (Santiago, CL, 1974): unabhängige Kunstkuratorin, -kritikerin und -forscherin. PhD in Kunstgeschichte und -kritik an der Univ. Federal do Rio de Janeiro mit der Dissertation „Internationale Legitimierung der brasilianischen Kunst von 1940 bis 2010”. Kunstkritikerin für die Tageszeitung O’Globo (2014-2016). Sie schreibt regelmäßig für Revista Select, São Paulo. Dozentin für „Art & Politics” und „Curating Performance Art” bei NODE. Sie kuratierte „Frestas Triennale 2017: Between Post-Truths and Events” in SESC São Paulo und „Festival Performance Arte Brasil” im MAM Rio, Rio de Janeiro, 2011, unter anderen Ausstellungen, öffentliche und akademische Veranstaltungen. Sie lebt und arbeitet in Rio de Janeiro, São Paulo und Berlin.

Teobaldo Lagos Preller (Puerto Montt, CL, 1978): Kurator und Autor. PhD in zeitgenössische Kunstgeschichte und -theorie an der Univ. de Barcelona, M.A. – Lateinamerikastudien (FU-Berlin), B.A.- Kommunikationswissenschaften (UAM-X, Mexiko-Stadt). Seine kuratorische Praxis basiert auf Kunstpraxen, Wissensproduktion und Kontaktzonen. Kunsttheoretische Seminare hat er an Universitäten und Kunsthochschulen in Amerika und Europa gegeben. Seine Projekte sind an den Grenzen zwischen Kunst, Ethnografie und Urbanismus zu verorten. Er hat bei Artishock (CL), ERRATA# (CO), Camera Austria (A), On Curating (CH), u.a. veröffentlicht. AICA-Mitglied. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Marcela Moraga M. (San Fernando, CL, 1975): bildende Künstlerin und Kunstvermittlerin. Studium der bildenden Kunst an der Univ. de Chile. Aufbaustudium visuelle Kommunikation, an der HFBK Hamburg. 2013 Masterabschluss Art in Context an der UdK Berlin. Seit 1998 diverse Ausstellungen, Aufenthaltsstipendien und Projekte der Kunstvermittlung. 2016 Marcela Moraga und eine Gruppe junger Umweltaktivisten gründen das Gemeinschafts-Wassermuseum der Ortschaft Renaico in Chile. In 2019 veröffentlichte sie ihr Künstlerbuch „Neither spices nor species. Chronicle of Patagonia”, ein fiktiver Ethnografie-Bericht über Patagonien. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Paz Ponce (Cadiz, E, 1985) ist eine freie Kuratorin. Sie studierte Kunstgeschichte an der Univ. Complutense, Madrid. Zu ihrem Forschungsgebiet gehört der Kontext des Kollektiven, in dem Kunst produziert und vermittelt wird. Mit einem besonderen Akzent auf Selbstorganisation, Kultur des Kooperativismus, biografische Forschung, hat sie diverse archiv- und forschungsbasierte Ausstellungen in Europa, Lateinamerika und der Karibik kuratiert. Sie lehrt kuratorische Forschungsmethoden beim NODE und ist eine externe Beraterin beim Erasmus+ Program „Curating in Context (2019-2021). Ponce hat über kontextuelle künstlerische Praxen in Kuba veröffentlicht. Sie lebt und arbeitet in Berlin.


[Español]

davila
Imagen: Juan Dávila „El Liberador Simón Bolívar” 1994. Óleo sobre lienzo

museo de la democracia

Inventario de sueños, excesos y grietas latinoamericanas

La base del proyecto es una iniciativa del actual presidente liberal derechista chileno Sebastián Piñera de fundar un “Museo de la Democracia” para resguardar “recuerdos, (dar) enseñanza y lecciones” sobre la historia de la democracia en el país sudamericano.

El objetivo de la institución era construir una alternativa “complementaria” y reaccionaria al modelo del “Museo de la Memoria y los Derechos Humanos”, fundado en 2010. El proyecto, una sala de preservación y exhibición de la historia de la democracia, fue muy criticado por todos los grupos de la escena cultural, especialmente debido a la conexión ideológica aún existente de los partidos chilenos de derecha con la dictadura militar (1), y fue, en el contexto de la crisis social en Chile, en diciembre de 2019.

Nuestro grupo de trabajo propone revivir la idea fallida del “Museo de la Democracia” como base para una ficción, un museo temporal de la democracia en el espacio de exhibición de la nGbK. Contrastamos la idea original con un escenario ficticio en el que intentamos preservar, interpretar y exhibir las ruinas de la democracia, y crear una colección temporal y efímera que documenta de manera histórica pero no lineal, el proceso gradual de “erosión” o “vaciamiento” de la democracia. Una excavación que se está llevando a cabo hoy en diferentes lugares del continente latinoamericano.
El museo temporal de la democracia pretende ser una exposición multimedia en la sala de exposición nGbK. Con la exposición, queremos crear una conexión entre el material de investigación, las intervenciones espaciales directas y la producción de arte contemporáneo para examinar eventos nuevos, desconocidos o fuera de lugar en la historia reciente y el presente de América Latina.

Formato: Exposición, archivo sonoro, intervenciones espaciales, programa de eventos

Duración: 9 semanas

Miembros del grupo de trabajo: Valeria Fahrenkrog – Daniela Labra – Teobaldo Lagos Preller – Marcela Moraga M. – Paz Ponce

Participantes (lista preliminar): Maria Thereza Alves – Paulo Bruscky – Edgard Calel – Andressa Cantergiani – Juan Dávila – Andrés Durán – Ana Hupe – Runo Lagomarsino – Victor de La Rocque – Michelle-Marie Letelier – Julia Mensch – Ana María Millán – María Inés Plaza – Fernando y Ángel Poyón – Matheus Rocha Pitta – PSJM – Haroldo Saboia – Carolina Saquel – Gustavo Speridião – Burak Üzümkesici – Kiyoshi Yamamoto

(1) “Es muy evidente que el Museo de la Democracia es, en principio, una estrategia de la derecha, en su permanente afán de empatar (ideas y gestos) con el Museo de la Memoria. Es muy fácil deducir que su fin último sería una justificación al Golpe Cívico-Militar de 1973”, advirtió Mario Rojas, presidente de la Unión Nacional de Artistas (UNA). https://www.elmostrador.cl/cultura/2019/12/09/empresa-espanola-pide-20-millones-de-dolares-para-remodelacion-que-incluye-museo-de-la-democracia/

Descripción del proyecto

Se han desencadenado diferentes crisis de la democracia en varios puntos en los países de América Latina y en todo el mundo en los últimos meses. Los elementos comunes son la crisis social y política y la reinstalación de las ideologías de extrema derecha, que están trabajando agresivamente para establecer modelos económicos neoliberales con la ayuda de programas ideológicos y neo-extractivos. Las consecuencias a diferentes niveles se reflejan en la cancelación del sujeto político y social. La práctica real del gobierno de estos modelos se puede ver claramente en las decisiones y acciones del gobierno de Bolsonaro (Brasil) y sus efectos en la selva tropical y en la vida de los activistas y los pueblos indígenas. También en las reacciones excesivamente agresivas de otros gobiernos a sus poblaciones insurgentes.

El título de la exposición, museo de la democracia, proviene de una idea fallida que el presidente liberal de derecha, Sebastián Piñera, anunció en 2018. Esto fue para establecer una sala de preservación y exhibición de la historia de la democracia chilena en Santiago, un “Museo de la Democracia”. El objetivo del museo habría sido “Preservar recuerdos, enseñar sobre ellos y brindar orientación” y habría tratado con información y objetos de la historia democrática de Chile. Casi como si la democracia fuera una especie en peligro de extinción o un fenómeno del pasado. El “Museo de la Democracia” habría tratado de documentar los procesos de revuelta, incluida la erosión de la democracia desde el interior.

Si la democracia fuera una ruina, ¿qué información y bienes recolectaría? ¿Y cómo serían interpretados, conservados hoy? ¿Qué niveles y prácticas de comunicación y formas de producción de conocimiento buscaría el museo? Este grupo de trabajo se hace estas preguntas en el proyecto actual.

Como reacción crítica a la iniciativa de Piñera y la necesidad de reflexionar sobre la situación política y social del continente latinoamericano, queremos producir ideas y experiencias en el espacio de exhibición. Un icono destacado de nuestro museo temporal de la democracia es la pintura de Juan Dávila “El libertador Simón Bolívar”, que originalmente fue diseñada como una postal. La imagen muestra al luchador por la independencia como un travesti a caballo, lo que causó confusión al comienzo del período posterior a la dictadura.

La fragilidad y la subjetividad del acervo imaginario del museo toca diferentes áreas de tensión entre el público. Su expresión es un área desgarrada por la erosión, un mosaico o palimpsesto en cuya superficie se hacen visibles los rastros de fragmentación: represión, crisis ambiental, crisis estatales, rituales cotidianos y su colapso, etc.
La forma en que proponemos abordar estas preguntas y tensiones es una perspectiva ficticia del futuro, que se divide en tres áreas:

  • Plaza del Kiosco
  • Oficina de Sueños
  • Departamento de Oportunismos y Oportunidades

Estas tres áreas están ubicados en el espacio de exhibición y cristalizan diferentes niveles de interacción con el público: en el centro del espacio de exhibición se encuentra La Plaza del Kiosco, que simbólicamente recuerda a los espacios públicos latinoamericanos. Las plazas se utilizan de manera performativa como explanadas de reunión y ritualización en el centro de la ciudad, en la que se dan cita diferentes poderes municipales (gobierno de la ciudad, iglesia, comercio, etc.). En nuestra exposición, el kiosco es un contenedor de prácticas de interacción a través de obras basadas en arte postal o publicaciones como “Arts of the Working Class” (Artes de la clase obrera).

Estamos interesados ​​en visualizar en el kiosco el arte postal de la década de 1970 en el contexto regional de las dictaduras. El Arte Postal (2) era una estrategia guerrillera de bajo costo destinada a eludir la censura y comunicar la relación entre el arte y la política en otros contextos. También es una primera expresión del “arte global” en la era pre-Internet. Las prácticas experimentales de interacción y performatividad a distancia, como el Arte de Instrucción (“arte por instrucción”) también pueden llevarse a cabo en el kiosco.

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Ejemplo de Kiosko. Santiago de Chile, Febrero 2020 | Paulo Bruscky (Recife, BR). Arte-postal, 1970’s.

La Oficina de Sueños no tiene una ubicación fija en el espacio de exhibición. La Oficina de Sueños es responsable de la generación de lecturas alternativas de la colección temporal del museo, a través de diversos formatos y actividades en colaboración con diversos actores. Aquí examinamos los procesos de transferencia de conocimiento del mundo de los sueños, las experiencias eróticas y el umbral entre medios como el audio, el video y los lenguajes de lo performativo, para establecer una zona de contacto que vaya más allá de la linealidad. Por ejemplo en la sala conviven una instalación de sonido sobre los levantamientos en Estambul en 2013 del investigador turco Burak Üzümkesici y la instalación de video en tiempo real de la Galería CIMA desde la ubicación central de las protestas chilenas, formando un diálogo más allá del tiempo y el espacio.

(2) La postal como vehículo de expresión artística se remite en sus inicios a la fascinación de los surrealistas, “quienes adivinaban en las postales cierta forma de détournement -de desviación y fragmentación del mundo, de desubicación de la realidad y de la autoridad; una suerte de fórmula que propicia la manifestación de “lo maravilloso” y un territorio para la subversión del canon: postales como antipostales, búsqueda insaciable de los elementos inesperados de cada lugar a través de los cuales nunca los habríamos reconocido, -en el contexto de las Exposiciones Universales, que se servían de las postales para rematar su perversa maniobra colonialista>>. De Diego Otero, Estrella: Contra el mapa. Disturbios en la geografía colonial de Occidente. Ediciones Siruela, Madrid 2008. p.71

El Departamento de Oportunismos y Oportunidades corresponde a un tercer nivel de circulación, a saber, el de la explotación y la erosión del territorio y del cuerpo. Similar a como lo reprimido se encuentra en el nivel individual y social del inconsciente, ubicamos el Departamento de Oportunismo y Oportunidades en la trastienda. Se trata de temas y hechos que suceden en secreto, como las consecuencias del neo-extractivismo, la persecución ideológica y la opresión de las minorías, la explotación de las personas y la naturaleza, la violencia patriarcal, etc.

La vida del museo temporal de la democracia está inspirada en las actuales tensiones y crisis en América Latina. En referencia a lo que llamamos el vaciamiento, el colapso y la erosión de los modelos gubernamentales y económicos actuales, la exposición es un complejo espacial para interpretar lo que ha desaparecido. Es un espacio donde puedes sentir simultáneamente el espacio público y una ilusión extraña y constante del presente.
El museo temporal de la democracia desaparece después de su construcción. Todos los objetos y bienes se devuelven a los artistas y autores como una señal de la fugaz condición temporal y la finalización del proyecto.

¿Por qué queremos llevar a cabo el proyecto en el nGbK?

Como una institución horizontal y democrática de producción y discusión cultural, vemos a la nGbK como el lugar y el espacio ideal para desencadenar una discusión situacional sobre los eventos recientes en América Latina que han llevado a nuestros modelos de democracia a una crisis.
Vemos la interacción entre el público, actores sociales de diferentes órdenes y artistas muy bien atendidos en este contexto institucional. Muchos proyectos sobre la situación histórica y política en los países latinoamericanos, especialmente en los años setenta y ochenta, se llevaron a cabo en la nGbK (3), no solo nos sentimos conectados con esta historia, sino que queremos desarrollarla y actualizarla aquí.

(3) Por ejemplo, “Solidaridad con Chile” (1973), “100 carteles chilenos del gobierno de Allendes 1970-1973” (1976), “Nicaragua” (1980), “35 artistas de México” (1981), “El Salvador – un pueblo en combate “(1982),” Chilenas en interiores y exteriores “(1983),”Sin filtro. Fotografía de prensa independiente en Chile 1983-1986 “(1986)” Cirugía Plástica. Conceptos de arte contemporáneo Chile 1980-1989 “(1989),” Haití “,” México – Ciudad de las mujeres “(1991),” Fotografía cubana 1959-1992 “(1992),” La vida cotidiana y el olvido, Argentina 1976-2003 “( 2003), entre otros.

Información sobre el grupo de proyecto

Valeria Fahrenkrog (Asunción, PA, 1980), artista visual y publicista. Estudió bellas artes en la Univ. Católica de Chile, estudió Studium der Medienkunst en la Kunsthochschule für Medien de Colonia, maestría en Art in Context de la UdK Berlín. Diversas exposiciones y proyectos desde 2004. En 2016 fundó junto con Joerg Franzbecker, Erik Göngrich, Heimo Lattner, Katja Reichart, Ines Schaber y Florian Wüst la editorial Berliner Hefte zu Geschichte und Gegenwart der Stadt. Participaciones de proyectos en la nGbK: “Ene Mene Muh und welche Stadt du?” (2016), “40 Jahre Kunst im Kontext” y “Spielclub Oranienstraße 25” (2019). Ella vive y trabaja en Berlín.

Daniela Labra (Santiago, CL, 1974): curadora de arte independiente, crítica e investigadora. Doctorada en historia del arte y crítica por la Univ. Federal do Rio de Janeiro con la tesis “La legitimación internacional del arte brasileño desde 1940 hasta 2010”. Crítica de arte para el diario O’Globo (2014-2016). Ella escribe regularmente para Revista Select, São Paulo. Profesora de “Arte y Política” y “Curating Performance Art” en NODE. Fue comisaria de “Frestas Triennale 2017: Between Post-Truths and Events” en SESC São Paulo y “Festival Performance Arte Brasil” en MAM Rio, Rio de Janeiro, 2011, entre otras exposiciones, eventos públicos y académicos. Vive y trabaja entre Río de Janeiro, São Paulo y Berlín.

Teobaldo Lagos Preller (Puerto Montt, CL, 1978): curador y autor. Doctorado en historia y teoría del arte contemporáneo en la Univ. de Barcelona, ​​M.A. – Estudios latinoamericanos (FU-Berlin), B.A.- Ciencias de la comunicación (UAM-X, Ciudad de México). Su práctica curatorial se basa en prácticas artísticas, producción de conocimiento y zonas de contacto. Dio seminarios de teoría del arte en universidades y colegios de arte en América y Europa. Sus proyectos están ubicados en las fronteras entre el arte, la etnografía y el urbanismo. Ha publicado para Artishock (CL), ERRATA # (CO), Camera Austria (A), On Curating (CH), etc. Miembro de AICA. Vive y trabaja en Berlín.
Marcela Moraga M. (San Fernando, CL, 1975): artista visual y educadora de arte. Estudió bellas artes en la Univ. de Chile. Estudios de posgrado en comunicación visual en el HFBK de Hamburgo. 2013 Máster en Art in Context en la UdK de Berlín. Diversas exposiciones, becas de residencia y proyectos de educación artística desde 1998. En 2016 Marcela Moraga y un grupo de jóvenes activistas ambientales fundaron el Museo Comunitario del Agua en el pueblo de Renaico en Chile. En 2019 publicó su libro de artista “Ni especias ni especies. Crónica de la Patagonia ”, un informe ficticio de etnografía sobre la Patagonia. Vive y trabaja en Berlín.
Paz Ponce (Cádiz, E, 1985) es curadora independiente (www.pazponce.com). Estudió historia del arte en la Univ. Complutense, Madrid. Su área de investigación se centra en el contexto colectivo en el que se produce y media el arte. Con un énfasis especial en la autoorganización, la cultura del cooperativismo, la investigación biográfica, ha comisariado varias exposiciones basadas en archivos e investigaciones en Europa, América Latina y el Caribe. Enseña métodos de investigación curatorial en NODE y es consultora externa para el programa Erasmus + “Curating in Context (2019-2021). Ponce ha publicado sobre prácticas artísticas contextuales en Cuba. Vive y trabaja en Berlín.

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